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Klinische Forschung durch nichtkommerzielle Studien

Bericht des "Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag" zum Thema nichtkommerzielle klinische Forschung

10. Mai 2010

Die Italian Medicines Agency (AIFA) sichert seit 2005 mit einer innovativen Richtlinie per Gesetz die Förderung unabhängiger Forschung durch klinische Studien: Nationale und internationale Pharma-Unternehmen, die auf dem italienischen Markt operieren, sind verpflichtet, 5% ihrer jährlichen Marketingausgaben in einen nationalen Fonds zur Förderung unabhängiger Forschung einzuzahlen. Das Förderprogramm finanzierte bereits vergleichende Untersuchungen, Untersuchungen seltener Krankheiten sowie Studien, die das Ziel haben, einen angemessenen Gebrauch von Arzneimitteln zu fördern. In den ersten drei Jahren des Programms wurden 151 Studien mit insgesamt 78 Millionen Euro finanziert.

Mit diesem italienischen Finanzierungsmodell für nichtkommerzielle klinische Studien hat sich in Deutschland auch schon der Bundestag beschäftigt, allerdings ohne dass daraus eine konkrete Gesetzesinitiative für Deutschland entstanden wäre. Die Bunderegierung sah dabei vor allem verfassungsrechtliche Probleme, da eine solche Sonderabgabe für eine bestimmte gesellschaftliche Gruppe (hier: die pharmazeutische Industrie) nur innerhalb enger Grenzen möglich sei.

Das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag hat in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer ISI das Thema Rahmenbedingungen für investigator-initiated trials (IITs) in einem Bericht für den Bundestag aufgearbeitet, der im Moment vom Bundestag bewertet und dann veröffentlicht wird. Einen abgeschlossenen Bericht zu Standortfaktoren der klinischen Forschung (auch der kommerziellen) finden Sie hier.