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Patient:nnenzentrierung ist der Kompass für die anstehende Transformation der Gesundheitsversorgung

Mit einem Aufruf zu mehr Patient:nnenzentrierung und mutigen Schritten hin zu einer Transformation der Gesundheitsversorgung ist der 12. BMC-Kongress eröffnet worden. Die knapp 700 Teilnehmenden aus allen Bereichen der Branche, diskutierten Mitte Mai in 33 Fachforen mit über 100 Referent:nnen vor Ort und auf einer digitalen Kongressplattform die Weiterentwicklung der Versorgung.

Der im April neu gewählte BMC-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr Lutz Hager appellierte zum Kongressauftakt, PatientInnenorientierung endlich ernst zu nehmen: „Patient:innenzentrierung muss bei der Transformation des Gesundheitswesens an erster Stelle stehen. Der Veränderungsdruck im System ist spürbar; wir haben jetzt die Chance, die Weichen für eine integrative, sozialraumbezogene und nachhaltige Gesundheitsversorgung von morgen zu stellen“, so Hager. Dafür müssten die anstehenden Reformen aber aufeinander abgestimmt und konsequent auf die Bedarfe der PatientInnen ausgerichtet werden. Dazu gehöre auch, Patient:innen nicht als passive Größe im Versorgungsprozess zu verstehen. „Patient:innen sind die größte ungenutzte Ressource im System. Gerade die Versorgung von immer mehr chronisch erkrankten Menschen wird nur gelingen, wenn wir sie aktiv in ihrem Selbstmanagement – insbesondere durch digitale Lösungen – unterstützen“, so der Vorstandsvorsitzende.

„Let patients help“, forderte auch der als „e-Patient Dave“ bekannte Dave deBronkart, der als Krebspatient mit Hilfe seiner Untersuchungsdaten selbst eine geeignete Therapie fand. Ein enormes Potenzial erschlösse sich, wenn PatientInnen Zugang zu ihren Behandlungsdaten bekämen. Immer mehr sogenannte PatientInnen-Innovationen würden inzwischen selbst zur Weiterentwicklung von medizinischer Wissenschaft und Medizinprodukten beitragen, zeigte Dave deBronkart anhand zahlreicher Beispiele während der Eröffnungs-Keynote des BMC-Kongresses auf.

Weitere Themen des BMC-Kongresses waren die Digitalisierung und Datennutzung im Gesundheitswesen, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheitsversorgung sowie Gesundheitspolitik als ressortübergreifender Ansatz („Health-in-all-policies“).