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Pro und Kontra AMNOG

Es sei ohne Zweifel schon jetzt und noch mehr für die Zukunft erkennbar, dass der GKV-Arzneimittelmarkt für alle Beteiligten planbar und transparent reguliert werden muss, schreiben Prof. Dr. Gerd Glaeske und sein Team bei der Vorstellung des BARMER GEK Arzneimittel-Reports 2010 der Politik ins Stammbuch.

DieseRegelung, so die Autoren der epidemiologischenVersorgungsforschungsstudie (siehe auch MVF 03/10), müsse derStrategie folgen, „dort, wo es möglich ist, eine möglichstpreisgünstige Arzneimittelversorgung anzubieten, um dort, wo esnotwendig ist, auch einen Headroom for Innovation garantieren“ zukönnen. In diesem Zusammenhang seien Nutzen- undKosten-Nutzen-Bewertungen grundsätzlich unverzichtbar. So weitstimmt Glaeske dem aktuellen Diskussionspapier der Politik zu, dochleider würden die derzeitigen Vorschläge der CDU/CSU/FDP-Koalitionvon dieser Forderung genau bei solchen Arzneimittelgruppen abweichen,die schon jetzt die wesentliche finanzielle Belastung für die GKVausmachen: nämlich in den Gruppen der unterschiedlichen„Spezialpräparate“ (z.B. Immuntherapeutika, Biologicals,Tyrosinkinasehemmer u.a. in Indikationsbereichen wie RheumatoideArthritis, Onkologie oder Multiple Sklerose). Glaeskes Kritik:„Nutzen- und Kosten-Nutzen-Bewertungen lassen sich in diesenBereichen weder durch Rabattverträge substituieren noch „wegkaufen“.Vielmehr sind prozeduralisierte Verfahren erforderlich („iterativesProzedere“), die sowohl für Hersteller wie für Kassen Planbarkeitund Transparenz anbieten“.

ImRahmen einer „Schnellbewertung“, die sich an internationalenVorbildern orientiert, könne laut Glaeske eine vorläufige Nutzen-und Kosten-Nutzen-Bewertung vorgenommen werden, die als Basis fürdie Anwendung nach der Zulassung und für erste Verhandlungenherangezogen wird. Insgesamt zeige jedoch dieses Verfahren, dass dieVorstellung des jetzigen Koalitionsentwurfs, man könne ohne einProzedere, in dem einer herstellerunabhängigen Schnellbewertung eineApproximation des Nutzens und eines daraus ableitbaren Preises folgt,eine Verhandlung der Kassen mit den Herstellern als Lösungsstrategieanbieten, völlig unrealistisch sei.

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21. Juni 2010