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Uni Bayreuth entwickelt Konzepte für „sichere“ Kultur, Bildung, Betreuung und Patientenversorgung

Planung und sichere Durchführung kultureller Events stellen jeden Veranstalter in Zeiten der Corona-Pandemie vor besondere Herausforderungen. Forschende am Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften (IMG) der Universität Bayreuth entwickeln derzeit Strategien, mit denen die Organisation reibungslos und sicher möglich wird. Das IMG-Team stützt sich dabei auf Erfahrungen aus der Entwicklung von Konzepten für Bildungs- und Betreuungseinrichtungen unter Pandemiebedingungen.

Die diesjährigen Richard-Wagner-Festspiele konnten unter einem strengen Hygiene- und Schutzkonzept stattfinden, welches das IMG mit ihrem Projekt „Sichere Festspiele Bayreuth“ nachfolgend evaluiert. Gemeinsam mit allen Beteiligten werden Bedürfnisse definiert und Rahmenbedingungen diskutiert, um das Infektionsrisiko für die Gäste der Festspiele 2022 so weit wie möglich zu minimieren. Das Ergebnis wird ein von allen Beteiligten akzeptiertes Schutzkonzept, dessen Umsetzung als Blaupause dienen soll, um vergleichbare Konzepte für andere Kulturveranstaltungen zu entwickeln.

Vorausgegangen war dem von der Oberfrankenstiftung geförderten Projekt „Sichere Festspiele Bayreuth“ das ebenfalls vom IMG erarbeitete Konzept „Sichere Bildung Bayreuth“, das sich mit dem Gesundheitsschutz an Kitas sowie an der Universität Bayreuth beschäftigt. Erste Ergebnisse dieses Projekts hatten bestätigt, dass die Schließungen von Kindertagesstätten, Schulen und Universitäten zu psychischen, sozialen sowie physischen Benachteiligungen und Belastungen der betroffenen Gruppen geführt haben. Als Resultat wurden konkrete Handlungsempfehlungen formuliert, wie eine sichere, stabile und so wenig wie möglich belastete Bildung, Förderung und Entwicklung von Kindern und jungen Erwachsenen in der Pandemie möglich sein kann.

Bei der Evaluierung wurde nicht nur festgestellt, dass umfangreiche Schutz- und Hygienemaßnahmen nötig waren, um den Betreuungs- und Bildungsbetrieb aufrechtzuerhalten, sondern auch welche Maßnahmen an welcher Stelle notwendig und sinnvoll sind. Unter diesen Prämissen kam das Teilprojekt „Sichere Kita Bayreuth“ zu dem Ergebnis, dass eine frühzeitige Öffnung der Kindertagestätten möglich und für das Wohlergehen der Familien und die Bewältigung des Alltags förderlich war. Das Teilprojekt „Sichere Uni Bayreuth“ diente der Entwicklung und Verbesserung von Möglichkeiten, Unsicherheiten unter den Studierenden und Mitarbeitenden zu minimieren und den Universitätsbetrieb sicher durchzuführen. Dessen Erfahrungen flossen in die Entwicklung des Corona- Handbuchs und des fortlaufenden Pandemiemanagements der Universität Bayreuth ein. Die Handlungsempfehlungen wurden mit der Zielsetzung verfasst, um auf weitere Bildungsstätten wie Schulen und Ausbildungsbetriebe adaptiert zu werden.

Neben bereits implementierten Maßnahmen, wie der AHA+A+L- Regelung (Abstand, Hygiene, Alltag mit Maske, Corona-Warn App, Lüften) werden festgelegte Abläufe bei der Mahlzeiteneinnahme sowie bei der Nutzung von Sanitärräumen empfohlen. Dabei wird angeregt, bei einer Raumkapazitätsauslastung von über 50 Prozent auf ein hybrides bzw. rein digitales Format zu wechseln. Die Einführung einer „3G“-Regelung trägt in Kombination mit leicht zugänglichen, offensiv kommunizierten Testungs- und Impfangeboten zu einer geregelten Öffnung von Betreuungs- und Bildungseinrichtungen bei.

Ein weiteres vom IMG realisiertes Projekt mit dem Titel „Sichere Kinder-Reha“ mündete bereits in einer ersten Publikation zur „Rehabilitation organtransplantierter Kinder und deren Familien in der SARS-CoV-2-Pandemie“. Dafür wurde die strukturierte Wiedereröffnung von Einrichtungen der spezialisierten Rehabilitation eines Zentrums für Kinder und Jugendliche vor und nach einer Organtransplantation am Beispiel der Sonderkrankenanstalt Ederhof, Lienz analysiert.