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Bildquelle: SBK

Versorgungsprojekt „VERAH am Ort“ startet

Der Ärztemangel ist eine der großen Herausforderungen für die medizinische Versorgung: In einer alternden Gesellschaft sind mehr Menschen krank. Gleichzeitig werden auch die Ärztinnen und Ärzte immer älter. Entsprechend schließen viele Praxen. Diese Entwicklung hat schon heute in manchen, insbesondere ländlichen Regionen zur Folge, dass viele Menschen keine Hausarztpraxis in der Nähe mehr finden. Das Versorgungsprojekt „VERAH am Ort“ kann eine Lösung für die betroffenen Regionen bieten (VERAH steht für Versorgungsassiten:in in der Hausarztpraxis).

Im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld starten nun die ersten Pilot-Praxen. Die SBK Siemens-Betriebskrankenkasse hat die Umsetzung des Projektes begleitet.

VERAH am Ort: wohnortnahe Anlaufstelle für unkomplizierte medizinische Hilfe

Die Idee ist einfach: Die Versorgungsassistentinnen oder –assistenten sind zu festen Zeiten in den Praxen vor Ort. Ausgestattet mit entsprechender Kommunikationstechnik können sie bei Bedarf die niedergelassenen Ärztinnen oder Ärzte im Umkreis hinzuziehen und Vitaldaten der Patientinnen und Patienten übermitteln. Das Ergebnis ist ein Win-Win-Win für alle Beteiligten: Die Menschen vor Ort finden in einer angemessenen Entfernung medizinische Hilfe. Davon profitieren insbesondere diejenigen, die nur eingeschränkt mobil sind. Die VERAH erfahren eine Aufwertung des noch neuen Berufsbilds. Und die Hausärztinnen und –ärzte der Region können die Versorgung mit einem angemessenen Aufwand auch für die weiter entfernten Regionen gewährleisten.

Franziska Beckebans, Bereichsleiterin für Kundenmanagement und Versorgung bei der SBK: „VERAH am Ort ist ein Herzensprojekt für uns. Denn es ist eine vielversprechende Lösung für die hausärztliche Unterversorgung im ländlichen Raum. Das Versorgungsprojekt kann für viele Versicherte eine Verbesserung der Versorgung bedeuten. Klar ist aber auch, dass das Projekt nur ein Baustein sein kann, dem sich zuspitzenden Fachkräftemangel in der Medizin zu begegnen. Wir brauchen dringend langfristige Strategien, um die Versorgungssituation der Versicherten im ländlichen Raum zu sichern.“

Das Pilotprojekt, das die Universität Bayreuth wissenschaftlich begleitet, startete am 22. Mai mit einer offiziellen Feierstunde in Stockheim. Das Land Bayern finanziert die Anlaufphase mit 0,5 Mio. Euro.