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Abstracts by keywords: early detection

Predictive Modeling zur Identifikation von nichtdiagnostizierten COPD-Erkrankten

Die bisher umfangreichste Studie zur Prävalenz von COPD ist die internationale BOLD-Studie (Burden of Obstructive Lung Disease) (Buist & McBurnie, 2007). In Deutschland beteiligte sich die Region Hannover an dieser Arbeit. Bei 683 Probanden im Alter von über 40 Jahren wurde die Lungenfunktion untersucht und eine Befragung nach ihrem Gesundheitszustand durchgeführt. Insgesamt wurde bei über 13 Prozent der Studienteilnehmer im Raum Hannover eine COPD diagnostiziert, gut 7 Prozent wiesen ein leichtes, 5 Prozent ein mittelgradiges und knapp 1 Prozent ein schweres Krankheitsstadium auf. Da die Probanden aus der Großstadtregion Hannover stammten, ist nicht sicher zu sagen, ob die Zahlen für ganz Deutschland repräsentativ sind. Die Gesamtauswertung der BOLD-Studie lässt dieses jedoch vermuten. Nach dieser leidet jeder Zehnte der über 9.000 Studienteilnehmer in den zwölf beteiligten Ländern unter einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung im Stadium II oder höher. Die aktuellen Zahlen zur Entwicklung der COPD in Deutschland gingen 2010 von 6,8 Millionen COPD-Erkrankungen aus. Bis zum Jahr 2030 wird mit einem Anstieg auf 7,9 Millionen Betroffene gerechnet. (Geldmacher & Biller, 2008). Auch aus volkswirtschaftlicher Sicht hat die COPD einen bedeutenden Stellenwert. Im Rahmen einer Studie wurden die Gesamtkosten der COPD durch die Gewichtung der Kosten pro Schweregrad ermittelt. Der Hauptteil der Kosten wird durch Krankenhausaufenthalte (26%), Medikamente (23%) und Frührente (17%) verursacht. (Herse & Kiljander, 2015); (Grønseth & S.-A., 2014); (Nowak & Dietrich, 2004). Die Früherkennung der COPD ist von großer Bedeutung, da eine rechtzeitige Beendigung der Exposition gegenüber den auslösenden Noxen, einen Krankheitsprogress zumindest partiell verhindern kann. (Vogelmeier & Buhl, 2018). Weiter gibt es Hinweise darauf, dass der natürliche Verlauf der Erkrankung durch das frühzeitige Einsetzen einer medikamentösen Behandlung signifikant beeinflussbar ist. (Troosters & Celli, 2010).

04.06.2018
Steigende Hautkrebsprävalenz bei geringer Inanspruchnahme von Hautkrebsscreening

Die Früherkennung, das sogenannte Hautkrebsscreening, ist seit dem Jahr 2008 eine Leistung, die gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre kostenfrei in Anspruch nehmen dürfen. Dabei untersuchen Dermatologen und Ärzte bestimmter Fachgruppen mit entsprechender Fortbildung die Haut auf verdächtige Veränderungen, die entfernt werden sollten. Den Status Quo sowie Entwicklungstendenzen bei der Inanspruchnahme beschreiben die hier durchgeführten Analysen. Grundlage der Analysen ist die anonymisierte Forschungsdatenbasis der AOK Nordost mit ihren rund 1,75 Millionen Versicherten. Die vorgestellten Ergebnisse erfassen die Entwicklung zwischen 2008 – dem Jahr der Einführung des Hautkrebsscreenings als Versicherungsleistung – und dem Jahr 2015. Alle Versicherten der AOK Nordost ab dem Alter von 35 Jahren, die innerhalb des jeweils betrachteten Jahres vollständig versichert waren und in den drei Bundesländern Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern lebten, sind Teil der Studienpopulation. Im Jahr 2008 umfasste die Studienpopulation circa 1,23 Millionen Versicherte. Bis zum Jahr 2015 fiel sie auf circa 1,19 Millionen Versicherte ab (vgl. Tabelle 1). Für einige Analysen fand eine Betrachtung nach Nationalitäten statt. Dabei kann die Nationalität als Indikator für Unterschiede hinsichtlich individueller Risikofaktoren – wie dem Hauttyp – angesehen werden.

04.06.2018