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Abstracts by keywords: Mecklenburg-Western Pomerania

Fachkräftemangel in der Pädiatrie

Kleine Kinderkliniken in Mecklenburg-Vorpommern sind von Schließungen betroffen bzw. bedroht, und das, obwohl die Zahl chronisch kranker Kinder, z.B. mit Diabetes, Asthma und Übergewicht, steigt. Inzwischen leidet jedes sechste Kind an einer chronischen Gesundheitsstörung [1]. Sowohl wirtschaftliche Faktoren, wie eine problematische Vergütung über das DRG-System, als auch personelle Faktoren beeinflussen den Klinikbetrieb der kleinen Kinderkliniken. Auf personeller Ebene stehen die Kliniken untereinander im Konkurrenzkampf um Assistenz- und Fachärzt:innen – zusätzlich aber auch in Konkurrenz zu einer Niederlassung bezogen auf Fachärzt:innen. In diesem Wettbewerb haben kleine Abteilungen unabhängig von der Fachrichtung einen Attraktivitätsmalus insofern, dass zur Aufrechterhaltung der Versorgung eine ungleich höhere Dienstfrequenz der Ärzt:innen notwendig ist. Um ein 24-Stunden-Dienstsystem vorhalten zu können, ist ein hoher personeller Aufwand notwendig. Diese Vorhaltekosten sind bei den kleineren Abteilungen weitestgehend unabhängig davon, wie viel Planbetten sie vorhält, da ein personeller Grundstock qualifizierten Personals notwendig ist. Steigt die Fallzahl bei gleichbleibendem Personalaufwand, so ist eine bessere Ertragslage anzunehmen [2]. Personaluntergrenzen für ärztliches Personaläquivalent zu den Pflegepersonaluntergrenzen gibt es nur in Form der „Facharztstandards“ und bei Perinatalzentren, den „Cashcows“ der stationären Kinder- und Jugendmedizin, die aber nur an großen Kliniken vorgehalten werden.

22.07.2022