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Abstracts by keywords: Pharmaceutical distribution

Importförderung von Arzneimitteln: Eine Untersuchung zu Auswirkungen auf diverse Akteure im Gesundheitswesen

Mit einer Reihe von Regulierungsmaßnahmen wurde seitens der Politik versucht, steigende Ausgaben für rezeptpflichtige Arzneimittel in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu begrenzen [1]. Neben der Aut-idem-Regelung, den Festbeträgen, Preismoratorien und Zwangsrabatten zählt dazu auch die Importförderung nach § 129 SGB V. Dabei werden im europäischen Ausland günstiger auf dem Markt angebotene Medikamente gewerbsmäßig von Importeuren aufgekauft und über Apotheken im Inland an die Patienten abgegeben. Zusätzlich existiert eine Importquote, welche den prozentualen Anteil vom Apotheker abzugebender Importarzneimittel am Arzneimittelumsatz festlegt [2]. Begrifflich lassen sich parallelimportierte von reimportierten Arzneimitteln unterscheiden. Der überwiegende Anteil der auf dem deutschen Markt befindlichen Importware gehört zu den Parallelimporten. Dies sind Arzneimittel, die im Ausland von multinationalen Pharmakonzernen produziert und sowohl vom Hersteller als auch vom Importeur nach Deutschland eingeführt werden [3]. Reimporte sind dagegen Arzneimittel, die in Deutschland produziert und in andere Länder exportiert wurden. Dort kaufen Reimporteure sie zu einem günstigeren Preis ein und bringen sie wieder zurück nach Deutschland [4]. Da neue gesundheitspolitische Instrumente mit dem Ziel der Ausgabenbegrenzung vorhandene meist nicht ersetzen, sondern erweitern, führt diese Add-on-Regulierung im GKV-Markt zu einem immer komplexer werdenden Regulierungswerk mit unklaren Wirkungsbeziehungen [5-6]. Bedeutsam aus der Sicht der Versorgungsforschung erscheint zudem, dass auch nicht intendierte negative Effekte die Akzeptanz von Regulierungsinstrumenten in der Praxis einschränken können. Ziel der vorliegenden Untersuchung war es daher, die von den Akteuren wahrgenommenen Auswirkungen der Importförderung qualitativ zu erfassen.

31.03.2015