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Evidenzbasierte Qualitätsmessung als Voraussetzung für Value-based Healthcare

31.03.2015 16:20
Die Qualitätsbeurteilung der medizinischen Versorgung anhand von Qualitätsindikatoren spielt im deutschen Gesundheitssystem eine wichtige Rolle. Die bereits im Jahr 1966 von Donabedian entwickelten Qualitätsdimensionen „Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität“ stellen eine etablierte Klassifikation für Qualitätsindikatoren dar (1). Eine weitere Möglichkeit der Klassifizierung von Qualitätsindikatoren bietet beispielsweise das Throughput-Modell nach Pfaff (2), das zwischen Input, Throughput, Output und Outcome der jeweiligen Messziele unterscheidet. Messziele stellen in diesem Zusammenhang das zu messende Ereignis des Qualitätsindikators dar. „Qualitätsindikator“ ist kein geschützter Begriff und wird von unterschiedlichen Akteuren im Gesundheitswesen für eine Vielzahl von Fragestellungen genutzt. Vor allem in der stationären Patientenversorgung werden Qualitätsindikatoren für die Messung und Abbildung der Versorgungsqualität herangezogen (3,4). Auch im ambulanten Bereich (5-7) und über die Sektorengrenzen hinweg (8) werden Qualitätsindikatoren zunehmend eingesetzt, um den Effekt der Gesundheitsversorgung zu messen.

http://doi.org/10.24945/MVF.03.15.1866-0533.1901

Abstract
Die Qualitätsbeurteilung der medizinischen Versorgung anhand von Qualitätsindikatoren spielt im deutschen Gesundheitssystem eine wichtige Rolle. Bis vor einigen Jahren dienten Qualitätsindikatoren der internen Analyse und Bewertung vor allem durch die Ärzteschaft selbst und lieferten damit einen wichtigen Beitrag zur internen Qualitätsentwicklung eines Leistungserbringers. Allerdings sind Anforderungen an die Güte von Qualitätsindikatoren nicht definiert. Nach Ansicht der Autoren müssen Qualitätsindikatoren ebenso hohen Anforderungen genügen, wie sie an Endpunkte bzw. Zielparameter in klinischen Studien gestellt werden. Diese umfassen eine hohe Validität, Reliabilität und Praktikabilität. In einer Suche im Qualitätsindikatoren-Thesaurus des GKV-Spitzenverbandes (QUINTH) konnten 1.667 Qualitätsindikatoren identifiziert werden, von denen 34 eine hohe Validität und Reliabilität ausgewiesen wurde. Mit welchen Methoden die Evidenz der Qualitätsindikatoren bewertet und welche Daten die verschiedenen Einstufungen (niedrig, mittel, hoch) begründen, ist dem Nutzer von QUINTH nicht ersichtlich. Damit bleibt die methodische Güte selbst der „besten“ 34 Qualitätsindikatoren für den Nutzer unklar. Aus der evidenzbasierten Medizin und der Versorgungsforschung wissen wir, dass Messinstrumente unklarer Güte Effekte von Interventionen überschätzen, unterschätzen oder völlig falsch einschätzen können und somit deren Einsatz kritisch hinterfragt werden muss. Gerade im Kontext einer ganzheitlichen Bewertung des gesamten Versorgungsprozesses, wie es im Rahmen von Value-based Healthcare erfolgt, stellen adäquate, d.h. valide, reliable und patientenrelevante Outcomes mit Qualitätsindikatoren einen zentralen Bestandteil dar. Vor diesem Hintergrund sollten in einem evidenzgeleiteten Konsensprozess unter Einbeziehung aller relevanten Interessensgruppen wissenschaftlich fundierte Messinstrumente zur Erfassung, Bewertung und auch zur Kommunikation der medizinischen Behandlungsqualität entwickelt werden.

Evidence-based quality measurement as a requirement for value-based health care
The quality of care is an important and current healthcare issue in the German health care system. Until a few years, quality indicators serve as an instrument for internal analysis and provide an important contribution to the internal quality development. Quality criteria for quality indicators are still not defined. According to the authors, quality indicators must at least meet the same high standards that are required for clinical trial end points. These include high validity, reliability and feasibility. In a review of the quality indicators thesaurus of Statutory Health Insurance Funds Association (QUINTH) 1,667 quality indicators were identified, of which 34 reported a high degree of validity and reliability. The QUINTH user is unclear which data and methods were used to assess the evidence classification (low, medium, high) of the quality indicators. Even with the „best“ 34 quality indicators, the methodological quality remains unclear. We know from evidence-based medicine and health services research that measurement instruments of unknown quality overestimate or underestimate effects of interventions or assess completely wrong. Especially in the context of a holistic assessment of the full cycle of care provide quality indicators adequate, meaning valid, reliable and patient-relevant outcomes key components, as is done in the context of value-based healthcare. The authors propose a multi-step, multi-professional, evidence-driven and evidence-generating consensus process on the basis of established methods of outcomes research for the advancement of quality assessment with quality indicators in Germany. All relevant stakeholders should participate in this process.

Keywords
quality measurement, evidence based medicine, value-based healthcare

Mag. sc. hum. Thomas Petzold , Stefanie Deckert, MPH , Prof. Dr. med. Maria Eberlein-Gonska , Prof. Dr. med. Detlev Michael Albrecht , Prof. Dr. med. habil. Prof. h.c. Jochen Schmitt, MPH

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Zitationshinweis : Petzold etal.: "Evidenzbasierte Qualitätsmessung als Voraussetzung für Value-based Healthcare" (MVF) 03/15, S. 49-58); doi: 10.24945/MVF.03.15.1866-0533.1901

 

Ausgabe 03 / 2015

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