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Das Methodenpapier des IQTIG: keine Kursänderung in Sicht

Das nun in einem ersten Entwurf vorliegende Methodenpapier des Institutes für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) ist ein wichtiges Dokument für die Diskussion des Themas in den nächsten Jahren. Allerdings bietet dieses Papier Anlaß zu ernsthafter Kritik auf zahlreichen Ebenen. In seinen Grundannahmen bleibt es einem traditionellen, auf die ex post-Qualitätskontrolle von Ergebnissen ausgerichteten Verständnis von Qualität verhaftet. Elemente der kontinuierlichen Qualitätsverbesserung mit Integration des Qualitätsgedankens in den Ablauf der Leistungserbringung auf institutioneller und Systemebene sind weitgehend in den Hintergrund gedrängt. Der Begriff der Patientenzentrierung wird in paternalistischer Tradition einseitig auf die Ergebnisqualität bezogen, die diskutierten Qualitätsdimensionen sind auf Fragen der Legitimität und statistischen Auswertbarkeit reduziert. Es wird das Konzept der linearen Messung von Qualität durch Qualitätsindikatoren vertreten, Indikatoren werden entgegen der international und in der Versorgungsforschung üblichen Auffassung nicht als hoch-sensitive Monitoring-Instrumente, sondern als klassische Messinstrumente eingesetzt, die gleichzeitig für die Erfassung von Qualitätsproblemen und für die Identifikation von „exzellenter“ Qualität zuständig sind. Die Begriffe der Reliabilität und Validität von Indikatoren werden nicht zutreffend verwendet, es wird sogar die Behauptung aufgestellt, es gäbe keine sinnvolle Anwendung des Begriffes Validität auf Qualitätsindikatoren. Hinzu kommen weitere handwerkliche Fehler, so wird Indikatoren eine Bewertungsfunktion zugewiesen und der Begriff der Qualitätssicherung nicht vom Begriff der Qualitätsverbesserung und von Instrumenten wie Pay for Performance differenziert.

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Erstveröffentlichungsdatum: 03.04.2017

Abstrakt: Das Methodenpapier des IQTIG: keine Kursänderung in Sicht

Das nun in einem ersten Entwurf vorliegende Methodenpapier des Institutes für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) ist ein wichtiges Dokument für die Diskussion des Themas in den nächsten Jahren. Allerdings bietet dieses Papier Anlaß zu ernsthafter Kritik auf zahlreichen Ebenen. In seinen Grundannahmen bleibt es einem traditionellen, auf die ex post-Qualitätskontrolle von Ergebnissen ausgerichteten Verständnis von Qualität verhaftet. Elemente der kontinuierlichen Qualitätsverbesserung mit Integration des Qualitätsgedankens in den Ablauf der Leistungserbringung auf institutioneller und Systemebene sind weitgehend in den Hintergrund gedrängt.

Abstract: The method-paper of IQTIG: no change of course in sight

The first version of the method paper, recently released by the German Institute for Quality and Transparency in Health Care (IQTIG), stays tied to the traditional concept of ex post-quality check and denies modern concepts of continuous quality improvement. Dimensions of quality are reduced to legitimacy and statistical questions, terms as quality assurance and quality indicators are not applied in a correct manner. Patient centeredness is focussed only on outcome, coordination and other process- and structural parameters are not considered. Quality indicators are regarded as direct measures of quality and not (as recommended in the utmost part of national and international documents) as an indirect measure of quality (monitoring), which directs attention on problematic areas for further review. As a striking and remarkable consequence, the term validity of indicators is seen as not applicable to quality issues. The paper needs profound revisions.

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