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Existiert eine Über- und/oder Fehlversorgung mit Opipramol?

Eine der größten gesundheitspolitischen Herausforderungen in den kommenden Jahrzehnten wird die Zunahme psychischer Erkrankungen sein. Allein von 2009 zu 2010 verzeichneten die Krankenkassen einen Anstieg der zu behandelnden Patienten von 21,4 % [1]. Prognosen zufolge wird die Patientenzahl auch in Zukunft weiter zunehmen und laut der Weltgesundheitsorganisation werden im Jahr 2020 psychische Erkrankungen die zweithäufigste Volkskrankheit sein [2]. Folglich sind die dadurch entstehenden Auswirkungen auf unser Gesundheitssystem und nicht zuletzt auch die dadurch entstehenden Kosten ein zentrales Diskussionsthema [3]. In Deutschland z. B. entstehen aufgrund von Erkrankungen aus dem depressiven Formenkreis gemäß den Berechnungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin direkte Kosten in Höhe von 16 Milliarden Euro pro Jahr (Stand 2011) [4]. Diese werden sich voraussichtlich bis zum Jahr 2030 auf 32 Milliarden Euro verdoppeln [4]. Ein Grund dafür ist unter anderem die steigende Verordnungsmenge von Antidepressiva. Diese ist zwischen den Jahren 2010 (1176 DDD = defined daily dose) und 2011 (1257 DDD) um 7% gestiegen [5]. Nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) wird sich diese Entwicklung auch in der Zukunft fortsetzen. Dies ist dadurch zu erklären, dass aufgrund des demografischen Wandels mit einer Zunahme älterer Menschen zu rechnen ist und diese häufig von Depressionen betroffen sind [2].

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Erstveröffentlichungsdatum: 31.03.2015

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