top

Abstracts by keywords: health insurance

Erste „Berliner Migrantenstudie“: Zugang zum Gesundheitswesen und Leistungsinanspruchnahme von Migranten in Berlin

Die seit dem Jahr 2014 deutlich und seit 2015 sprunghaft gestiegene Zuwanderung nach Deutschland stellt auch gerade das Gesundheitswesen vor neue Herausforderungen bei der Sicherstellung der Gesundheitsversorgung. Die bislang unzureichend erforschte Problematik zu den Themen Überwindung von Sprachbarrieren, kulturellen Unterschieden und logistischen Herausforderungen zur Sicherstellung des optimalen Zugangs zum Gesundheitswesen, aber auch zur Sicherstellung einer bedarfsgerechten Gesundheitsversorgung von Migrantinnen und Migranten sollten in dieser Studie – der ersten „Berliner Migrantenstudie“ – vom GeWINO thematisiert und dargestellt werden. Das Gesundheitswissenschaftliche Institut Nordost (GeWINO) der AOK Nordost beobachtet die Entwicklung der Gesundheitsversorgung von Menschen mit Migrationshintergrund seit geraumer Zeit auch im Rahmen des Schwerpunktes „Internationale Kasse“ und sucht gemeinsam mit regionalen Partnern rasche sowie unbürokratische Lösungen, um die Gesundheitsversorgung der Migranten in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sicher zu stellen. Ziel der ersten „Berliner Migrantenstudie“ war die Bereitstellung von Daten und Fakten zur aktuellen Entwicklung der Gesundheitsvorsorge von Migranten in Berlin, um bei Planung und dem Aufbau regionaler Strukturen zur Bewältigung der Herausforderungen durch Migration in das deutsche Gesundheitswesen zu unterstützen und diese durch innovative Maßnahmen der AOK Nordost zu ergänzen. Die erste „Berliner Migrantenstudie“ führte das Gesundheitswissenschaftliches Institut Nordost (GeWINO) der AOK Nordost in Kooperation mit dem bbw Bildungswerk der Wirtschaft in Berlin und Brandenburg e.V. und der bbw Hochschule Berlin in 2015 durch. Die zweite „Berliner Migrantenstudie“, die in der gleichen Konstellation durchgeführt wird, wurde bereits gestartet und auch zukünftig wird sich das GeWINO der Thematik widmen.

31.03.2016
Existiert eine Über- und/oder Fehlversorgung mit Opipramol?

Eine der größten gesundheitspolitischen Herausforderungen in den kommenden Jahrzehnten wird die Zunahme psychischer Erkrankungen sein. Allein von 2009 zu 2010 verzeichneten die Krankenkassen einen Anstieg der zu behandelnden Patienten von 21,4 % [1]. Prognosen zufolge wird die Patientenzahl auch in Zukunft weiter zunehmen und laut der Weltgesundheitsorganisation werden im Jahr 2020 psychische Erkrankungen die zweithäufigste Volkskrankheit sein [2]. Folglich sind die dadurch entstehenden Auswirkungen auf unser Gesundheitssystem und nicht zuletzt auch die dadurch entstehenden Kosten ein zentrales Diskussionsthema [3]. In Deutschland z. B. entstehen aufgrund von Erkrankungen aus dem depressiven Formenkreis gemäß den Berechnungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin direkte Kosten in Höhe von 16 Milliarden Euro pro Jahr (Stand 2011) [4]. Diese werden sich voraussichtlich bis zum Jahr 2030 auf 32 Milliarden Euro verdoppeln [4]. Ein Grund dafür ist unter anderem die steigende Verordnungsmenge von Antidepressiva. Diese ist zwischen den Jahren 2010 (1176 DDD = defined daily dose) und 2011 (1257 DDD) um 7% gestiegen [5]. Nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) wird sich diese Entwicklung auch in der Zukunft fortsetzen. Dies ist dadurch zu erklären, dass aufgrund des demografischen Wandels mit einer Zunahme älterer Menschen zu rechnen ist und diese häufig von Depressionen betroffen sind [2].

31.03.2015
Versorgungsmanagement aus Versichertensicht. Anforderungen und Auswirkungen

Patienten sind es in Gesundheitsbelangen alles andere als gewohnt, Verantwortung für sich und ihre Gesundheit zu übernehmen. Bereits das SGB V unterstreicht, dass sie zwar Mitverantwortung und Mitwirkungspflicht haben. Die Hauptverantwortung weist es jedoch der gesetzlichen Krankenversicherung zu. Auch die herkömmliche Denkwelt in der Medizin führte in der Vergangenheit häufig dazu, dass Patienten als Objekte der Medizin ohne eigene Verantwortung gesehen wurden (Schmid et al., Seite 14). Konkret angeführt wird in diesem Zusammenhang die Ausrichtung der Versorgung auf akute, episodale und eindimensionale Krankheiten, nicht zuletzt bedingt durch immer weitergehende Spezialisierungen (Müller-Mundt und Schaeffer, Seite 143).

05.10.2012