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Ein kritischer Blick auf altersgerechte Assistenzsysteme aus Stakeholdersicht

Seit 2008 hat allein das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) deutlich mehr als 100 Millionen Euro in Forschungs- und Entwicklungsprojekte für altersgerechte Assis-tenztechnik investiert1. Dazu gehören beispielweise Computerspiele zur Erhaltung der geistigen Fitness und Leistungsfähigkeit insbesondere älterer und hochbetagter Menschen oder Telemonitoring- und Telecare-Systeme zur Unterstützung der ärztlichen Versorgung vor allem in ländlichen Gebieten. Ebenso werden Pflegeroboter wie die Robbe Paro und Haushalts- bzw. Serviceroboter genannt, die Menschen mit physischen und psychischen Handicaps ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden ermöglichen sollen (Weber 2017). Auch andere Ministerien förder(te)n auf Bundes- und Landesebene in großem Maßstab entsprechende Vorhaben, darüber hinaus die Europäische Union. Begründet wird diese Förderung mit zwei gesellschaftlichen Entwicklungen, die beide anhaltend öffentlich diskutiert werden.

01.02.2021
Intersektorale Nutzung des bundeseinheitlichen Medikationsplans

Patienten, die mindestens drei Arzneimittel (AM) dauerhaft einnehmen, haben gesetzlichen Anspruch auf die Erstellung des bundeseinheitlichen Medikationsplans (BMP) durch den Hausarzt (1-3). Die zunächst auf den niedergelassenen Sektor begrenzte Einführung des BMP, der fehlende interdisziplinäre Ansatz, das Fehlen geeigneter Informationstechnologie und Integrationstechniken führten zur Kritik am BMP bis hin zur Ablehnung (4,5). Mit Etablierung des Krankenhausentlassma-nagements Mitte 2017 wurde die Ausstellung eines Medikationsplans (MP) auch im stationären Sektor etabliert (6) und die intersektorale Nutzung initiiert. Doch auch im Krankenhaus fehlt es an geeigneter EDV-Ausstattung und personellen Ressourcen. Dabei kann ein aktueller, komplett und verständlich ausgefüllter BMP als Informationsträger und als wertvolles Schulungsmaterial für die Patienten dienen (5,7). Mangelnde Arzneimitteltherapiesicherheit und Medikationsfehler werden ausgelöst durch unvollständige Medikationspläne, unvollständige Information des Patienten und mangelhaften Informationsaustausch zwischen den behandelnden Gesundheitsversorgern (8,9). Die geplante Nutzung des standardisierten BMP auf der elektronischen Gesundheitskarte erfordert ebenfalls Interoperabilität der Informationssysteme im Gesundheitswesen [Krankenhausinformationssystem (KIS), Praxis- (PVS), Apotheken-Verwaltungssysteme (AVS)] sowie die Bereitschaft zur Mitwirkung und Qualitätsverbesserung.

04.04.2019