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Intersektorale Nutzung des bundeseinheitlichen Medikationsplans

Patienten, die mindestens drei Arzneimittel (AM) dauerhaft einnehmen, haben gesetzlichen Anspruch auf die Erstellung des bundeseinheitlichen Medikationsplans (BMP) durch den Hausarzt (1-3). Die zunächst auf den niedergelassenen Sektor begrenzte Einführung des BMP, der fehlende interdisziplinäre Ansatz, das Fehlen geeigneter Informationstechnologie und Integrationstechniken führten zur Kritik am BMP bis hin zur Ablehnung (4,5). Mit Etablierung des Krankenhausentlassma-nagements Mitte 2017 wurde die Ausstellung eines Medikationsplans (MP) auch im stationären Sektor etabliert (6) und die intersektorale Nutzung initiiert. Doch auch im Krankenhaus fehlt es an geeigneter EDV-Ausstattung und personellen Ressourcen. Dabei kann ein aktueller, komplett und verständlich ausgefüllter BMP als Informationsträger und als wertvolles Schulungsmaterial für die Patienten dienen (5,7). Mangelnde Arzneimitteltherapiesicherheit und Medikationsfehler werden ausgelöst durch unvollständige Medikationspläne, unvollständige Information des Patienten und mangelhaften Informationsaustausch zwischen den behandelnden Gesundheitsversorgern (8,9). Die geplante Nutzung des standardisierten BMP auf der elektronischen Gesundheitskarte erfordert ebenfalls Interoperabilität der Informationssysteme im Gesundheitswesen [Krankenhausinformationssystem (KIS), Praxis- (PVS), Apotheken-Verwaltungssysteme (AVS)] sowie die Bereitschaft zur Mitwirkung und Qualitätsverbesserung.

04.04.2019