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Gesundheitsregionen der Zukunft: Praxiserfahrungen zur Nachhaltigkeit innovativer Netzwerke im deutschen Gesundheitswesen

Um ein langfristiges Bestehen, eine effektive Organisation, eine Einführung erfolgreicher Innovationen und eine Nutzengenerierung für alle Akteure von Netzwerken im Gesundheitswesen zu gewährleisten, ist es unabdingbar, die Einflussfaktoren auf die Nachhaltigkeit dieser Netzwerke zu erkennen (Buhl 2010: 13–31). Nur so können diese Determinanten zielgerichtet für ein unabhängiges Bestehen gestaltet werden. Im ersten Teil dieser Studie wurde mithilfe einer systematischen Literaturrecherche ein vorläufiges Framework erstellt, das die Nachhaltigkeitsfaktoren innovativer Netzwerke im Gesundheitswesen darstellt. Das Forschungsfeld Nachhaltigkeitsfaktoren innovativer Netzwerke wurde im Kontext des deutschen Gesundheitswesens noch nicht untersucht, daher stammen die bisher generierten Ergebnisse aus anderen Gesundheitssystemen bzw. verwandten Kooperationsformen. Um die Unsicherheiten der Übertragbarkeit und Vollständigkeit zu entkräften, sollen die Determinanten für ausgewählte innovative Gesundheitsnetzwerke qualitativ untersucht und das hypothetische Modell somit empirisch modifiziert und ergänzt werden. Durch den Abgleich der Erkenntnisse aus der Theorie und der Praxis soll ein Instrument geschaffen werden, das Koordinatorinnen und Koordinatoren in innovativen Gesundheitsnetzwerken unterstützen soll, Kooperationen und Verbünde nachhaltig zu gestalten.

19.09.2016
Die Nachhaltigkeit innovativer Netzwerke im Gesundheitswesen: Ein literaturbasiertes Framework der Einflussfaktoren

Das deutsche Gesundheitswesen schneidet im internationalen Vergleich hinsichtlich Qualität und Effizienz gut ab, jedoch weisen komparative Studien auf existierende Optimierungspotenziale hin (Lauerer et al. 2013: 483–491; Manouguian et al. 2010). Trends wie z.B. der demographische Wandel, der die regionale Versorgungssicherung vor neue Herausforderungen stellt, erfordern eine kontinuierliche Verbesserung der Versorgungsstruktur und -qualität (Stüve 2009: 51–60; Amelung/Wolf 2011: 1566–1572). Um dieser gerecht zu werden, fordert die Politik eine stärkere Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen den Leistungserbringern in Form von integrierten Versorgungsmodellen (Amelung et al. 2009; Mühlbacher 2002). Diverse Studien sehen vernetzende Struktur-, Produkt- und Prozessinnovationen als notwendig an, um entscheidend die Effizienz und Effektivität zu steigern (Omachonu/Einspruch 2010: 1–20; Varkey et al. 2008: 382–388; Ilinca et al. 2012: 193–202). Innovationen, welche als erfolgreiche Implementierung einer neuen Idee in einer wertsteigernden Weise für einige oder alle Beteiligten definiert sind, werden also nicht mehr länger nur durch einzelne Akteure initiiert, sondern vermehrt in kooperativen Netzwerken entwickelt und verbreitet (Akrich et al. 2002: 187–206; Varkey et al. 2008: 382–388). Mit dem Ziel der Verbesserung der medizinischen Versorgung fördern zwar EU-, Bundes- und Landespolitik Gesundheitsinnovationen aller Ebenen, allerdings existieren davon 40% nur bis zum Auslauf der Anschubfinanzierung (Savaya et al. 2008: 478–493). Diese Unbeständigkeit der Verbesserungsinitiativen wirkt sich negativ auf die Unterstützung und das Vertrauen der Gesellschaft in zukünftige Projekte aus (Shediac-Rizkallah/Bone 1998: 87–108). Denn der hohe Ressourceneinsatz während der Neueinführung bedingt die legitime Forderung auf Zielerreichung und langfristigen Erfolg und steigert das Interesse der Stakeholder für den Faktor der Nachhaltigkeit (Edwards et al. 2007: 37–47).

31.03.2016