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Abstracts by keywords: general practices

Welche Faktoren stehen im Zusammenhang mit der Covid-19-Diagnose bei symptomatischen Patienten in Hausarztpraxen?

Obwohl immer mehr Menschen gegen Covid-19 geimpft werden, bleibt die wöchentliche Zahl der neuen Fälle weltweit relativ hoch. Außerdem wurden mehrere SARS-CoV-2-Varianten beschrieben (Gómez et al., 2021), und es besteht ein erhebliches Risiko, dass es in den kommenden Jahren zu wiederholten Covid-19-Wellen kommt. In diesem Zusammenhang sind weitere Forschungsarbeiten erforderlich, um die Epidemiologie von Covid-19 besser zu verstehen. In den vergangenen Monaten haben mehrere Studien die Prävalenz von Covid-19 und die Merkmale der mit dieser Krankheit diagnostizierten Personen untersucht. Es wurde festgestellt, dass der Anteil der mit Covid-19 diagnostizierten Personen je nach Umfeld und Land stark variiert (Elimian et al., 2020; Fan et al., 2020; Guerriero et al., 2021; Haimovich et al., 2020; Lusignan et al., 2020; Mani et al., 2020; Pouwels et al., 2021; Santos-Hövener et al., 2020; Shen et al., 2020; Shepard et al., 2021; Sundaram et al., 2021). Obwohl diese Studien das Feld vorangebracht haben, schlossen die meisten von ihnen Teilnehmer unabhängig von ihrer potenziellen Symptomatik ein, so dass wenig über die spezifische Prävalenz von Covid-19 bei Personen mit üblichen Covid-19-Symptomen (z. B. Husten, Müdigkeit oder Fieber) bekannt ist. In Bezug auf die soziodemografischen und klinischen Merkmale von Personen, bei denen Covid-19 diagnostiziert wurde, hat die Literatur auch einige widersprüchliche Ergebnisse geliefert. So wurde beispielsweise in einer Studie festgestellt, dass Menschen mit Diabetes im Vergleich zu Menschen ohne Diabetes ein erhöhtes Risiko für Covid-19 haben (Fan et al., 2020), während in einer anderen Studie festgestellt wurde, dass dies nicht der Fall ist (Lusignan et al., 2020). In Anbetracht dieser Diskrepanzen werden mehr Daten über die Häufigkeit der Covid-19-Diagnose bei Personen mit häufigen Covid-19-Symptomen sowie über die soziodemografischen und klinischen Merkmale dieser Population benötigt.

29.11.2021
Demografische und klinische Charakteristika der hausärztlichen Patienten, die im Frühjahr 2021 gegen Covid-19 geimpft wurden

Ende Dezember 2020 hat Deutschland mit der Impfung der Bevölkerung gegen Covid-19 begonnen. Bis Februar 2021 wurden bereits mehrere Impfstoffe in vielen Ländern inklusive Deutschland zugelassen [1]. Bis Juni 2021 konnte die Covid-19-Impfung aufgrund der begrenzten Impfstoffverfügbarkeit jedoch nur bestimmten Personengruppen angeboten werden. Die Priorisierung erfolgte nach der Höhe des Risikos für schwere oder tödliche Verläufe einer Covid-19-Erkrankung sowie aufgrund der beruflichen Exposition oder des engen Kontaktes zu vulnerablen Personengruppen. Höchste Priorität hatten, unter anderem, über 80-Jährige sowie Mitarbeiter der medizinischen Einrichtungen oder Altersheime. Hohe Priorität hatten u.a. Über-70-Jährige sowie Personen mit definierten schweren chronischen Erkrankungen (z.B. Demenz oder geistige Behinderung). Erhöhte Priorität bekamen über 60-Jährige sowie Personen mit weiteren Erkrankungen (z.B. Diabetes mellitus oder Schlaganfall) [2]. Darüber hinaus mussten enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen und Schwangeren priorisiert werden. Die Impfpriorisierung wurde zum 7. Juni 2021 bundesweit für alle Impfstoffe aufgehoben. Im Jahr 2021 durchgeführte Studien in Deutschland ergaben eine hohe Akzeptanzrate unter Beschäftigten des Gesundheitswesens [3] sowie unter älteren Personen [4].

29.11.2021
Prävalenz und Behandlung von Verletzungen bei Patienten in deutschen Hausarztpraxen

Jedes Jahr sterben weltweit etwa 5 Millionen Menschen an Verletzungen. Diese Zahl macht 9% aller Todesfälle aus [1]. Es wurde nachgewiesen, dass Männer und junge Menschen häufiger an Verletzungen sterben als Frauen bzw. ältere Menschen [1–3]. Verletzungen verursachen zudem jedes Jahr eine Million dauerhafte Behinderungen in der Europäischen Union und haben somit erhebliche Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit in dieser Region der Welt [4]. Die Prävalenz von Verletzungen in Deutschland wurde in den letzten Jahren nur von wenigen Autoren untersucht. Im Jahr 2010 gab es in diesem Land geschätzte 8 Millionen Verletzungen und mehr als 20.000 Todesfälle durch Verletzungen [5,6]. Im selben Jahr fanden Rickels et al. heraus, dass die Inzidenz von Schädel-Hirn-Traumata in zwei voneinander getrennten Regionen Deutschlands bei 332 pro 100.000 Menschen lag [7]. In einer im Jahr 2013 veröffentlichten telefonischen Querschnittserhebung wurde ferner geschätzt, dass bei mehr als 10% der Teilnehmer in den 12 Monaten vor der Befragung Unfallverletzungen festgestellt worden waren, die eine medizinische Behandlung erforderten [8]. In jüngerer Zeit, im Jahr 2016, zeigten Rommel und Kollegen, dass mindestens 2,8% von mehr als 14.000 Erwachsenen von einem Arbeitsunfall betroffen waren [9].

04.06.2018