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Abstracts by keywords: Oncology

Potentiale zur Optimierung der Versorgung krebskranker Patienten im Kontext der ASV nach § 116b SGB V („neu“)

Der Gesetzgeber hat zum 1.1.2012 mit dem GKV-VStG den Grundstein für den Aufbau einer neuen Versorgungsstruktur gelegt, der „Ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung“ (ASV). Mit der Neufassung des § 116b SGB V (§ 116b SGB V „neu“) wurden seit Anfang 2012 neben Krankenhäusern nun auch niedergelassene Vertragsärzte in die Regelungen einbezogen. Die ASV verfolgt im Wesentlichen zwei Ziele: Sie soll erstens einen Beitrag zur Überwindung der Sektorengrenzen im deutschen Gesundheitswesen leisten und zweitens eine verbesserte interdisziplinäre Abstimmung von Diagnostik und Therapie unter den Leistungserbringern erreichen. Dabei soll die ASV erstmals im deutschen Gesundheitswesen die Möglichkeit eröffnen, dass niedergelassene Vertragsärzte und Krankenhäuser sektorenübergreifend zu denselben Bedingungen tätig werden und zusammenarbeiten können (vgl. z.B. G-BA 2015a; Klakow-Franck 2014b: 154 u. 2015: 6). Die Einführung der ASV lag nicht zuletzt im Interesse der Vertragsärzte (vgl. z.B. Klakow-Franck 2014b: 153), denn unter den bis dahin bestehenden Regelungen (§116b SGB V „alt“) mussten diese befürchten, dass ihnen durch die vergleichsweise finanzstarken Krankenhäuser eine zunehmende Konkurrenz mit einer entsprechend verschärften Wettbewerbssituation im Gesundheitsmarkt erwächst. Vertragsärzte hatten außerdem mehrfach Klage gegen Krankenhauszulassungen nach § 116b SGB V „alt“ eingereicht (vgl. SVR 2012: 259).

31.03.2016
Welche Effekte können von neuen onkologischen Arzneimitteln erwartet werden?

Bei der Bewertung neuer Arzneimittel zur Behandlung von Krebserkrankungen steht der Endpunkt Überleben ganz im Vordergrund. Für viele dieser neuen Arzneimittel kann im Vergleich zu den bis dahin verfügbaren Therapieoptionen ein Überlebensvorteil nachgewiesen werden. Häufig wird jedoch betont, dass dieser in der Regel nur „zwei bis drei Monate“ betrüge (z.B. Lauterbach 2015, Fojo et al. 2014). Oft wird diese zusätzliche Überlebenszeit als nicht ausreichend empfunden und außerdem beklagt, dass die somit gewonnene Lebenszeit vielfach ohne ausreichende Lebensqualität sei. Die neuen Wirkstoffe seien darüber hinaus nicht ausreichend getestet. Der Einsatz der meist hochpreisigen Arzneimittel sei daher oftmals sein Geld nicht wert. Aufgrund der hohen gesundheitspolitischen Bedeutung der Annahme, dass neue Therapien nur „zwei bis drei Monate“ zusätzliche Überlebenszeit bieten, soll in dieser Studie untersucht werden, ob diese landläufige Annahme mit den Fakten im Einklang steht. Als Grundlage hierfür dienen die Beschlüsse zur Bewertung neuer Arzneimittel nach dem Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzt (AMNOG), der sich seit 2011 alle neuen Wirkstoffe unterziehen müssen, um ihren Zusatznutzen gegenüber der sogenannten zweckmäßigen Vergleichstherapie darzulegen.

31.03.2016
„Arzneimittelentwicklung in der Onkologie: Status quo und Ausblick unter besonderer Berücksichtigung von Surrogatendpunkten“

Im Jahr 2011 wurden in den USA 30 und in Europa 22 neue Wirkstoffe zugelassen, darunter 8 bzw. 7 für die Behandlung onkologischer Indikationen (1). Dieser bereits über mehrere Jahre zu beobachtende Trend hin zu einem steigenden Anteil onkologischer Arzneimittel setzt sich auch im Jahr 2012 fort, wie aktuelle Zahlen der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) belegen: ein Drittel – 13 der insgesamt 39 neu zugelassenen Wirkstoffe – betreffen onkologische Anwendungsgebiete (2). Häufig erfolgt die Zulassung in der Onkologie im Rahmen beschleunigter Zulassungsverfahren („conditional marketing authorisation“ bzw. „accelerated approval“) und/oder als „Orphan Drug“ für seltene Leiden. Als Gründe für die deutliche Zunahme onkologischer Wirkstoffe werden vor allem genannt: Fortschritte in der molekularbiologischen Charakterisierung des Tumorwachstums, Entwicklung einer Vielzahl neuer „zielgerichteter“ Wirkstoffe, großer Bedarf an besser wirksamen medikamentösen Therapieoptionen bei fortgeschrittenen Tumorerkrankungen, demografische Entwicklung, Auslaufen der Patente für Blockbuster zur Behandlung der Volkskrankheiten und ein sehr lukrativer Markt für onkologische Arzneimittel.

24.01.2013
„Unmet Needs“ – Unterversorgung und multimodaler Unterstützungsbedarf ambulanter Tumorpatienten

Vor dem Hintergrund der hohen Zahl von Krebserkrankungen und steigenden Überlebensraten gewinnt die Lebensqualität des onkologischen Patienten zunehmend an Bedeutung. Bei kürzeren Liegezeiten der Patienten in stationären Einrichtungen, verlagert sich die Versorgung immer mehr in den ambulanten Gesundheitssektor. In den Bereichen der onkologischen Akutmedizin sowie der Nachbehandlung und Rehabilitation ist die bedarfsgerechte Patientenbetreuung in unterschiedlicher Qualität etabliert und häufig in die jeweiligen medizinischen Behandlungskonzepte eingebunden. Bei der Entlassung von onkologischen Patienten aus der stationären Versorgung in die ambulante Betreuung kommt es dann gehäuft zu Problemen (Stiel et al. 2009). Sowohl Tumorpatienten und ihre Angehörigen als auch onkologisch tätige Mediziner bemängeln Defizite der ambulanten Versorgung chronisch kranker Tumorpatienten hinsichtlich adjuvanter Angebote (Herschbach und Mandel 2011; Mehnert et al. 2012; Chambers et al. 2012; Mitchell et al. 2012). So variiert das Angebot an Unterstützungsmaßnahmen für Tumorpatienten lokal, in Großstädten ist es in der Regel leichter, eine Anlaufstelle zu finden, als in strukturschwachen, meist ländlichen Gebieten (Stiel et al. 2009). Gleichzeitig wird eine umfassende Versorgung, das heißt die Unterstützung des Patienten sowohl auf psychischer, sozialer als auch auf körperlicher Ebene für einen günstigeren Verlauf der Tumorerkrankung empfohlen (Ebbinghaus et al. 2009).

24.01.2013
Die Entwicklung ambulant verordneter onkologischer Arzneimittel in der GKV bis 2016

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung für Arzneimittel zur Behandlung von Krebserkrankungen stehen immer wieder im Fokus der Diskussion (Neller 2013). Ein im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit erstelltes Gutachten zur Frage der Sicherstellung einer effizienten Arzneimittelversorgung in der Onkologie zeigt, dass ein Anstieg der Kosten für die GKV in diesem Bereich zu erwarten ist (Glaeske et al. 2010). Auch international wird der Prognose von zukünftigen Krankheitskosten im onkologischen Bereich Bedeutung eingeräumt. Mariotto et al. (2010) betrachtet insbesondere die demographisch bedingten Mehrkosten der Krebsbehandlung in den USA. Yabroff et al. (2011) weisen auf die zusätzliche Berücksichtigung der indirekten Kosten als Folge der Krebstherapie hin. Diese werden von Featherstone et al. (2010) für eine Betrachtung der Kosten im Vereinigten Königreich (UK) berücksichtigt. Die demographisch bedingten jährlichen Kostensteigerungen zwischen 2008/2010 bis 2020 werden in diesen Publikationen auf 1,0 % bis 2,5 % geschätzt. Globale Betrachtungen mit Fokus auf den Arzneimittelmarkt und unter Berücksichtigung von Neueinführungen gehen von höheren jährlichen Steigerungen (6,9 % zwischen 2010 und 2016) aus (Business Insight (2011)), welche auch in Deutschland erwartet werden (Höer et al. 2010). Ziel der aktuell vorgelegten Analyse ist es, eine aktuelle Prognose für die zu erwartende Entwicklung der Umsätze und Verbräuche der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für ambulant abgegebene onkologische Arzneimittel bis 2016 zu erstellen.

24.01.2013